Forest Carbon Partnership Facility (FCPF)
Die Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) wurde im Dezember 2007 gegründet und untersteht der Leitung der Weltbank.
Ziele
Die Fazilität soll tropischen und subtropischen Entwicklungsländern darin unterstützen, die durch Entwaldung und Wald-Degradation verursachten Emissionen zu reduzieren. Die FCPF ist dabei auf die Idee ausgerichtet, unter dem Konzept von REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries) Länder auf Mechanismen vorzubereiten, die REDD+-Aktivitäten finanziell attraktiv machen, etwa für künftige Kohlenstoffmärkte.
Die Entscheidungen bei der FCPF werden von den „Participants Committee and Assembly” getroffen, in der Entwicklungs- und Industrieländer gleichberechtigt beteiligt sind. Verschiedene zivilgesellschaftliche, indigene und Frauen-Organisationen haben einen Beobachterstatus.
Zentrale Entwicklungen
Die FCPF betreibt zwei Fonds:
- Der Readiness Fund der FCPF soll teilnehmende Entwicklungsländer auf künftige REDD+-Aktiväten vorbereiten, etwa durch die Erstellung nationaler Waldschutzpläne oder Systeme zur Erfassung von Klimabilanzen möglicher Waldschutzaktivitäten. Der Readiness Fund vergibt Zuschussfinanzierung an Antragssteller. Der FCPF Readiness Fund hat seine Aktivitäten offiziell im Dezember 2022 beendet.
- Der Carbon Fund der FCPF soll konkret Pilotprogramme für ergebnisbasierte Waldschutzaktivitäten finanzieren, nachdem Länder die Readiness-Phase durchlaufen haben. Der Carbon Fund leistet ergebnisbasierte Zahlungen (results-based payments), welche durch sogenannte Emission Reductions Payment Agreement (ERPAs) vereinbart werden müssen.
Die FCPF wird immer wieder dafür kritisiert, dass sie bisher wenig konkrete Ergebnisse für den Waldschutz vorweisen kann. Laut Jahresbericht 2025 gibt es ERPAs bisher in 15 Ländern. In Afrika sind dies Elfenbeinküste ($50 Mio), Demokratischen Republik Kongo (DRC) ($55 Mio), Republik Kongo ($41,8 Mio), Ghana ($50 Mio), Madagaskar ($50 Mio) und Mosambik ($50 Mio). In Asien und im Pazifik sind dies Fidschi ($12,5 Mio), Indonesien ($110 Mio), Laos ($42 Mio), Nepal ($45 Mio), Vietnam ($51.5 Mio) und in Lateinamerika und der Karibik Chile ($26 Mio), Costa Rica ($60 Mio), die Domenikanische Republik ($25 Mio) und Guatemala ($52.5 Mio). In Peru wurde das FCPF-Programm im Februar 2021 eingestellt. Als konkrete Klima- und Biodiversitätswirkungen der Aktivitäten unter dem FPCF werden im Jahresbericht 2025 angegeben, dass bis August 2023 drei Länder positive Wirkungen in der Anpassung an den Klimawandel und in 5 Ländern positive Wirkungen im Biodiversitätsschutz berichte und sieben ER-Ps mehr als 11 Millionen Hektar an Schutzgebieten umfassen.
Zudem steht die FCPF bei zivilgesellschaftlichen Organisationen wegen methodischer Mängel und undurchsichtiger Umsetzung in der Kritik, nicht zuletzt bei den Maßnahmen, die auf ergebnis-basierte REDD-Zahlungen vorbereiten sollen.
Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands
Die FCPF umfasst 1,3 Milliarden US-Dollar. Der Readiness Fund (472 Millionen US-Dollar) ist in 47 Ländern und der Carbon Fund (900 Millionen US-Dollar) in 15 Ländern tätig. Zudem hat die FCPF ein Programm für Kompetenzentwicklung von 15 Millionen US-Dollar. Davon wurden bis 2025 über Readiness Fund 314 Millionen US-Dollar zugesagt and 298 Millionen US-Dollar ausgezahlt, während der Carbon Fund von den zugesagten 721 Millionen bisher $234,5 Millionen ausgezahlt hat.
Neben 15 Industrieländern sind auch nichtstaatliche Akteure unter den Gebern. So beteiligen sich jeweils ein Akteur aus der Privatwirtschaft (BP Technology Ventures) und Zivilgesellschaft (The Nature Conservancy). Laut Jahresbericht 2025 der FPCF hat Deutschland von 2009 bis 2020 321,3 Millionen US-Dollar an die FCPF zugesagt und ist damit der größter Geber vor Norwegen und Großbritannien. (Stand: November 2025)




