Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Seit 2008 finanziert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) Klimaschutz- und Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Transformationsstaaten in Mittel- und Osteuropa.

Ziele

Förderschwerpunkte der IKI sind die Minderung von Treibhausgasemissionen, die Anpassung an den Klimawandel, der Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken (z.B. durch Waldschutz) und der Schutz der biologischen Vielfalt. Die IKI versteht sich dabei als Beitrag zur internationalen Umweltzusammenarbeit in Ergänzung zur „klassischen“ Entwicklungszusammenarbeit. Das BMU nutzt die IKI aber auch, um strategische Allianzen mit progressiven Entwicklungsländern im Zusammenhang mit den regelmäßigen Weltklimakonferenzen zur Umsetzung der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und der Biodiversitätskonvention (CBD) zu bilden.

Zentrale Entwicklungen

Das Förderportfolio der IKI hat sich über die Jahre stark verändert. Neben den klassischen Durchführungsorganisationen wie GIZ und KfW sind dies auch internationale Organisationen, Nicht-Regierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen. Mittlerweile hat die IKI ihre Förderung strategischer ausgerichtet und möchte einerseits die Entwicklungsländer bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen im Rahmen der UNFCCC und CBD unterstützen. Andererseits möchte sie innovative Ansätze fördern, die auch über das einzelne Projekt hinaus eine Wirkung erzeugen können bzw. übertragbar sind. Dies hat über die Jahre zu größeren Projektvolumina und verstärkt länderübergreifenden Projekten geführt, wodurch allerdings der Zugang für neue und vor allem kleinere Organisationen erschwert wird. Dem hat die IKI durch die Ausdifferenzierung der Förderung entgegengewirkt. Inzwischen gibt es mehrere Förderlinien:

  • Thematische und länderbezogene Auswahlverfahren, die über hohe Fördervolumen bestimmte thematische Schwerpunkte in ausgewählten Ländern finanzieren, und
  • Medium und Small Grants, die eher auf kleinere Organisationen und Projekte zugeschnitten sind.

In Bezug auf Transparenz hat die IKI eine Vorreiterrolle in der deutschen Klimafinanzierung mit vergleichsweise ausführlichen Informationen zu den geförderten Projekten auf ihrer Website. Seit 2016 veröffentlicht die IKI alle Vierteljahr Informationen nach dem IATI Standard (International Aid Transparency Initiative) aktuelle Informationen zu den geförderten Projekten.

Auch das Monitoring und Evaluationssystem wurde über die Jahre ausgebaut. Seit 2015 verfügt die IKI über ein standardisiertes Monitoringsystem, über das sie auch eine Berichterstattung nach Standardindikatoren (z.B. zur Anzahl der reduzierten Tonnen CO2 oder Anzahl der bei Klimawandelanpassung unterstützten Personen) ermöglicht. Der zusammenfassende Bericht des ersten Projektevaluierungszyklus ist öffentlich zugänglich. Im Mai 2017 hat einen zweiten Evaluierungszyklus gestartet, der etwa 425 Projekte umfasst hat. Die Ergebnisse sind aber bisher nicht öffentlich zugänglich.

Finanzierungsumfang

Ursprünglich stammten die Mittel zur Finanzierung der IKI aus den Versteigerungserlösen eines kleinen Teils der CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandel; mittlerweile aber handelt es sich bei der IKI um einen gewöhnlichen Haushaltstitel im Etat des BMU. Jahrelang war die IKI mit jährlich knapp 120 Millionen Euro ausgestattet. Inzwischen ist sie gewachsen und verfügt 2021 über ein Volumen von 596 Mio. Euro. (Stand: Juli 2021)