Climate Investment Funds (CIF)

Die Climate Investment Funds (CIFs) bestehen seit 2008 und unterstehen der Leitung der Weltbank. Ursprünglich sollten die Fonds nur bis 2012 laufen, bis eine Finanzierungsarchitektur unter den internationalen Klimaverhandlungen aufgebaut war. Diese sogenannte „sunset clause“ wurde aber 2019 endgültig ausgesetzt.

Ziele und Modalitäten

Ziel der CIF ist die Mobilisierung von Kapital verschiedener Akteure für die Finanzierung von Klimaschutz und -anpassung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Fonds vergeben konzessionäre Darlehen. Umsetzungspartner der CIF sind die regionalen Entwicklungsbanken (AfDB, ADB, EBRD, IDB) und die Weltbank.

Die Weltbank betreibt zwei Fonds unter den CIF mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Der Clean Technology Fund (CTF) finanziert großvolumige Projekte privater und öffentlicher Akteure in Ländern mit unterem und mittlerem Einkommen. Ziel der Projekte ist die Pilotierung und Verbreitung von emissionsarmen Technologien über einen Mix aus Zuschüssen, Darlehen und Beteiligungen. Thematische Schwerpunkte sind der Übergang von Kohle, die Förderungen sauberer Technologien und die Dekarbonisierung der Industrie.
  • Der Strategic Climate Fund (SCF) beinhaltete mehrere Finanzierungsfenster, in denen themenspezifische Projekte gefördert werden. Hierzu gehören u.a. das Pilot Program for Climate Resilience (PPCR), das Forest Investment Program (FIP), das Scaling-up Renewable Energy in Low Income Countries Program und das Nature, People and Climate Program.

Seit 2019 gibt es auch eine Möglichkeit für technische Unterstützung (Technical Assistance Facility), welche Regierungen bei der Entwicklung und Verbesserung von Gesetzgebung und anderen regulatorischen Voraussetzungen unterstützt.

Zentrale Entwicklungen

Die CIFs sind einer der größten Klimafonds. Über CIF finanziert die Weltbank 471 Projekte und 11 Programme in 82 Ländern. Hierfür hat die CIF 9,4 Milliarden US-Dollar bereitgestellt und ein erwartete Kofinanzierung von 98,5 Billionen US-Dollar, die durch Regierungen, multilaterale Entwicklungsbanken und den Privatsektor bereitgestellt werden. Dabei hat der CTF 7,9 Milliarden US-Dollar zugesagt, mit einem Schwerpunkt in Asien (31%), Europa und Zentralasien (20%), während Subsahara Afrika (15%), Lateinamerika und die Karibik (15%) sowie die MENA Region (14%) deutlich weniger Mittel erhalten. Der SCF 2,7 Milliarden US-Dollar. Davon gehen 35% nach Subsahara Afrika, 20% nach Asien und 29% nach Lateinamerika und die Karibik und nur 5% nach Europa und Zentralasien und 1% in die MENA Region.

Eine aktuelle Tendenz, die von der Zivilgesellschaft mit großer Sorge beobachtet wird, ist der Druck auf die Weltbank, ihr Engagement im Bereich Klimawandel zu reduzieren. Dieser kommt vor allem von der amerikanischen Regierung als größter Beitragszahler. Der Weltbank Climate Change Action Plan (CCAP), der zum 30. Juni 2026 ausgelaufen ist, wurde zwar um ein Jahr verlängert. Aber die Weltbank hat dafür ihr Ziel fallen gelassen, 45% ihrer Finanzierung in klimabezogene Projekte zu investieren.

Bisher CIFs veröffentlichen verschiedene Evaluationen von geförderten Projekten und Programmen oder Modalitäten auf ihrer Website. Dazu gehört u.a. die Evaluierung der Technical Assistance Facility (TAF) (2026), des PPCR (2025) oder von Stakeholder-Beteiligung (2020). Weitere Evaluationsberichte und dokumentierte Lernerfahrungen finden sich auf einer weiteren Seite. Eine geplante Evaluierung des CCAP ist angekündigt.

Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands

Deutschland unterstützt die CIFs mit Zahlungen an den CTF sowie verschiedenen Programmen unter dem SCF. Deutschland ist der drittgrößte Geber nach den USA und Großbritannien und hat bis Ende 2025 hat Deutschland insgesamt 1,3 Billionen US-Dollar in die CIFs eingezahlt. Deutschland hat auch einen Sitz im Trust Fund Committee des CTF und SCF und ist damit an Finanzierungsentscheidungen beteiligt. (Stand: Oktober 2026)