Adaptation Fund (AF)

Die Einrichtung des Adaptation Fund (AF) wurde 2001 während des siebten Klimagipfels in Marrakesch beschlossen, seine Arbeit konnte der Fonds allerdings erst 2008 aufnehmen. Seit 2009 ist er voll funktionsfähig. Der AF wird durch das Adaptation Fund Board (AFB) geleitet, welches aus 16 Mitgliedern und deren Stellvertretern besteht.

Der Fonds finanziert konkrete Anpassungsprojekte in Entwicklungsländern, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben und besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind. Für die Zielländer der Projekte besteht die Möglichkeit, direkten Zugang zu den Finanzmitteln zu erhalten, ohne den Umweg über multilaterale Institutionen zu machen, was bisher einmalig in der internationalen Klimafinanzarchitektur ist.

Die Finanzierung erfolgt durch Mittel aus dem Handel mit zertifizierten Emissionsrechten (engl. Certified Emission Reductions, CERs) und freiwillige Spenden von Geberländern. Aufgrund der innovativen Finanzierungsgrundlage haben sich die Geberstaaten allerdings lange noch mit Beiträgen zurückgehalten. Die deutsche Bundesregierung zahlte 2010 aus Mitteln des BMUB 10 Millionen Euro in den AF ein und war nach Spanien und Schweden der drittgrößte Geldgeber – bis 2015 haben nur diese drei Länder substantielle Beträge eingezahlt.

Aufgrund des dauerhaft schwächelnden Emissionshandels ist die finanzielle Situation des Fonds seit einigen Jahren angespannt. Durch fehlende Erlöse aus dem Verkauf der CERs ist man nahezu ausschließlich auf Zuschüsse angewiesen. Deutschland hat sich in den letzten drei Jahren als größter Unterstützer des Fonds etabliert und seit 2013 insgesamt 130 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt.

Der Fonds ist mittlerweile in 61 Ländern aktiv und hat insgesamt 338,5 Millionen US-Dollar für Anpassungsprojekte bewilligt. Durch sein 2014 gestartetes „Readiness Programm“ konnte der Fonds sukzessive die Anzahl der Durchführungsinstitutionen aus Entwicklungsländern, sowie die Summe eingereichter Projekte über den Direktzugang erhöhen. Durch die Schaffung eines „Pilot Programms für Regionale Projekte“ im Jahr 2015 bleibt der Fonds seinem Pioniercharakter treu: erstmals sollen damit Anpassungsprojekte über Landesgrenzen hinaus gefördert werden. Dafür hat der Vorstand des Fonds bereits ein Gesamtvolumen von 30 Millionen US-Dollar bewilligt. (Stand: Juli 2016)