Adaptation Fund (AF)

Die Einrichtung des Adaptation Fund (AF) wurde 2001 während des siebten Klimagipfels in Marrakesch beschlossen, seine Arbeit konnte der Fonds allerdings erst 2008 aufnehmen. Seit 2009 ist er voll funktionsfähig. Der AF wird durch das Adaptation Fund Board (AFB) geleitet, welches aus 16 Mitgliedern und deren Stellvertretern besteht.

Ziele

Der Fonds finanziert konkrete Anpassungsprojekte in Entwicklungsländern, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben und besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind. Für die Zielländer der Projekte besteht die Möglichkeit, direkten Zugang zu den Finanzmitteln zu erhalten, ohne den Umweg über multilaterale Institutionen zu machen, was bisher einmalig in der internationalen Klimafinanzarchitektur ist.

Zentrale Entwicklungen

Der Fonds ist mittlerweile in 73 Ländern aktiv und hat insgesamt 462 Millionen US-Dollar für Anpassungsprojekte bewilligt. Durch sein 2014 gestartetes „Readiness Programm“ konnte der Fonds sukzessive die Anzahl der Durchführungsinstitutionen aus Entwicklungsländern, sowie die Summe eingereichter Projekte über den Direktzugang erhöhen. Durch die Schaffung eines „Pilot Programms für Regionale Projekte“ im Jahr 2015 sollen Anpassungsprojekte über Landesgrenzen hinaus gefördert werden, wofür der Vorstand des Fonds bereits ein Gesamtvolumen von 30 Millionen US-Dollar bewilligte.

Im Oktober 2017 verabschiedete der Adaptation Fund eine mittelfristige Strategie, die die Rolle des Fonds als Förderer lokaler und regionaler Anpassungsprojekte  in der internationalen Klimafinanzierungs-Landschaft stärker definiert. Außerdem öffnet der Fonds sich für zukünftige Zusammenarbeit mit anderen Finanzierungsmechanismen, wie dem Green Climate Fund. Während der Klimakonferenz 2017 in Bonn wurde eine Entscheidung auf den Weg gebracht, die den Anpassungsfonds wohl zukünftig zu einem eigenständigen Instrument des Pariser Abkommen befördern wird.

Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands

Die Finanzierung erfolgte ursprünglich durch Mittel aus dem Handel mit zertifizierten Emissionsrechten (engl. Certified Emission Reductions, CERs) und freiwillige Spenden von Geberländern. Wegen dieser innovativen Finanzierungsgrundlage haben sich die Geberstaaten allerdings lange noch mit Beiträgen zurückgehalten. Aufgrund des dauerhaft schwächelnden Emissionshandels ist die finanzielle Situation des Fonds seit einigen Jahren angespannt. Durch fehlende Erlöse aus dem Verkauf der CERs ist man nahezu ausschließlich auf Zuschüsse angewiesen. Deutschland hat sich in den letzten Jahren als größter Unterstützer des Fonds etabliert und seit 2013 insgesamt 228 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt. Während der Klimakonferenz 2017 verpflichtete Deutschland sich zu weiteren 50 Millionen Euro Spenden an den Adaptation Fund. (Stand: Dezember 2017)