Die Africa Renewable Energy Initiative (AREI)

Im Jahr 2015 wurde die Africa Renewable Energy Initative (AREI) gegründet. Sie wird von verschiedenen afrikanischen Institutionen getragen und ist bei der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) angesiedelt.

Ziele

Das wichtigste Ziel der AREI ist die Transformation des Energiesektors in Afrika hin zu universellem Zugang, nachhaltiger Produktion und Good Governance. Konkret soll die Initiative bis 2020 zusätzliche 10 GW Erneuerbare Energien in Afrika unterstützen und bis 2030 sogar 300 GW. Letzteres entspricht der Verdopplung der gesamten bisher vorhandenen Stromerzeugungskapazität auf dem Kontinent. Bei AREI geht es nicht in erster Linie um einen neuen Fonds, sondern um die bessere Koordinierung verschiedener Finanzflüsse. Dabei ist sie in zwei Phasen aufgeteilt

  • In Phase I (2016-2020) sollen in Kooperation mit bilateralen und globalen Partnern vor allem Studien, vorbereitende und Pilotmaßnahmen gefördert werden, Insgesamt sollen mindestens 10 GW neue und zusätzliche Energiegewinnungskapazität gefördert werden.
  • In Phase II (2020-2030) soll in großem Stil Maßnahmen, Programme und politische Anreize finanziert warden, u.a. im Rahmen von NAMAs (Nationally determined mitigation actions). Diese sollen auf Phase 1 aufbauen und insgesamt 300 GW an zusätzlichen Kapazitäten schaffen.

Zu den zentralen Arbeitsfeldern gehören u.a. das Mapping von Politikmaßnahmen, gesetzlicher Rahmen, Erfahrungen und Programmen, die Verstärkung der politischen, gesetzlichen und unterstützenden Regelwerken, die Mobilisierung von finanziellen Anreizen und Investitionen und die Projektentwicklung. Zusätzliche Querschnittsthemen sind sozio-ökonomische und Umweltprüfungen von erneuerbaren Energien, multi-stakeholder Engagement, ein breiteres Monitoring und Prüfung der Kontexte sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Zentrale Entwicklungen

Die Initiative wurde im Jahr 2015 beim G7-Gipfel in Schloss Elmau von der Afrikanischen Union vorgestellt und den G7-Staaten unterstützt und beim Klimagipfel in Paris (COP 21) offiziell gestartet. Die Initiative hat großes Potential und genießt starke Unterstützung von afrikanischen Entscheidungsträgern, Zivilgesellschaft und Geberländern. Das hat drei Gründe:

  1. In den Gründungsdokumenten der Initiative wird eine systemische Perspektive eingenommen: Es geht nicht um eine Aneinanderreihung einzelner Projekte, sondern eine Transformation der Energiesysteme.
  2. Die Initiativen ist von AfrikanerInnen entwickelt worden und wird von afrikanischen Institutionen, wie der Kommission der Afrikanischen Union, verantwortet und unterstützt.
  3. Die AREI verfolgt ambitionierte Ziele, die Entwicklung und Klimaschutz zusammenbringen und mittelfristig allen AfrikanerInnen den Zugang zu sauberer und moderner Energie ermöglichen sollen.

Die Initiative hat das Potential, ein Leuchtturm für die Umsetzung der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens auf dem afrikanischen Kontinent zu werden, denn sie trägt direkt zur Erfüllung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) Nummer 7 (nachhaltige und moderne Energie für alle) und 13 (Bekämpfung des Klimawandels) bei.

Seit der Gründung war die AREI allerdings vor allem damit beschäftigt, Fragen zur Struktur und Arbeitsweise der Initiative zu klären. Dazu gehörten unter anderem Konflikte im Leitungsgremium um Abstimmungsrechte der Geber und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) sowie Wechsel in der Besetzung der der Independent Delivery Unit (IDU). Das Leitungsgremium hat inzwischen sieben stimmberechtigte Mitglieder (fünf afrikanische Staats- bzw. Regierungschefs, zwei afrikanische Institutionen – die Kommission der Afrikanischen Union und die Afrikanische Entwicklungsbank). Frankreich und die EU-Kommission arbeiten als beobachtende Mitglieder im Leitungsgremium mit.

Die drei verschiedenen Arbeitsweisen der AREI werden im „Governing Instrument“ näher beschrieben.

  1. Die IDU soll Aktivitäten durchführen, die im AREI Action Plan benannt werden, insbesondere zur Wissensgenerierung, Kapazitätsaufbau und Zusammenarbeit mit afrikanischen Regierungen und anderen Stakeholdern, z.B. zur Erarbeitung von Projekten, Programmen, nationalen Aktionsplänen und Langzeitzielen. Die IDU soll praktisch eine Plattform zur Kooperation und zum Austausch von Erfahrungen im Bereich Erneuerbarer Energien auf dem afrikanischen Kontinent werden.
  2. Projekte und Programme sollen als AREI-konform angesehen werden, wenn sie von der Initiative überprüft wurden und den AREI-Kriterien entsprechen. Die Finanzierung für AREI-anerkannte Projekte / Programme kann von Nationalstaaten, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft oder nationalen / internationalen Institutionen kommen.
  3. Der Treuhandfond soll weiter ausgebaut werden. Prinzipiell soll in den Treuhandfond jegliche Institution einzahlen können, sowie sie vom Leitungsgremium anerkannt wurde. Projekte und Programme afrikanischer Länder und Institutionen, aber auch vom Privatsektor oder der Zivilgesellschaft sollen dann aus diesem Fond finanziert werden, solange sie im Einklang mit den Zielen und Kriterien der Initiative sind. Die genaue Funktionsweise des Treuhandfonds soll auf Grundlage von Vorschlägen der IDU und des Technischen Komitees erarbeitet werden.

Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich zudem für mehr Beteiligungsmöglichkeiten und Transparenz bei der AREI ein, um so den Aufbau und Beginn der Umsetzung effektiv begleiten zu könne.

Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands

Die Initiative soll aus verschiedenen Finanzierungsquellen unterstützt werden, etwa einem eigenen AREI-Treuhandfonds, multilateralen Mitteln der Entwicklungsbanken und des Green Climate Funds (GCF) sowie aus der bilateralen Zusammenarbeit.

Verschiedene Geber haben finanzielle Unterstützung für die Ziele zugesagt, darunter Deutschland mit 3 Milliarden Euro. Deutschland plant diesen Beitrag über laufende Projekte der Klimafinanzierung im Bereich der erneuerbaren Energien zu leisten. Mit 1,2 Milliarden Euro war Deutschland 2016 der größte bilaterale Geber in der Gruppe von G7, die Europäische Kommission, Schweden und die Niederlande, die gemeinsam mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar an Neuzusagen für erneuerbare Energien, Stromübertragung und Energieeffizienz in Afrika erbracht haben. (Mai 2018)