Fund for Responding to Loss & Damage (FrLD)

Die Einrichtung des Fonds für den Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten (Fund for Responding to Loss & Damage, FrLD) wurde auf der COP27 im November 2022 beschlossen. Er wurde erstmal für vier Jahre aufgesetzt. Auf der COP33 Ende 2028 wird entschieden, ob der FrLD in einen dauerhaften Fonds umgewandelt wird.

Ziele und Modalitäten

Ziel des FrLD ist die Unterstützung von besonders verwundbaren Ländern im Umgang mit wirtschaftlichen und nicht-wirtschaftlichen Schäden durch Klimawandelfolgen. Dazu gehören sowohl Kosten für die Wiederherstellung, Sanierung und Wiederaufbau während und nach Katastrophen, die Übernahme von Kosten durch schleichende Klimawandelfolgen sowie der Entwicklung von Vorsorgeplänen. Dabei soll der Fonds Lücken schließen, die nicht durch andere, bereits existierende Finanzierungsmöglichkeiten abgedeckt werden. Wichtig ist auch, dass die Prioritäten durch die Länder selber definiert werden sollen (country-led Ansatz).

Für die Steuerung wurde 2024 ein Sekretariat eingerichtet, das bei der Weltbank angesiedelt ist. Der Fonds wird durch ein Board mit Sitz auf den Philippinen verwaltet. Von den 26 Mitgliedern stammen 12 Sitze aus Industrie- und 14 Sitze aus Entwicklungsländern. Deutschland hält einen Sitz, der durch das BMZ vertreten wird. 2026 haben Norwegen und die Dominikanische Republik den Vorsitz.

Die Finanzierung durch den FrLD ist offen für alle Entwicklungsländer, die besonders vom Klimawandel betroffen sind und die Klimarahmenkonvention ratifiziert haben. Er ist also nicht auf Länder begrenzt, welche Gelder aus der Entwicklungszusammenarbeit (ODA) erhalten können. Der Fonds nutzt die Barbados Implementation Modalities (BIM) für die Regelung der Finanzierungsmodalitäten. Hierfür wurden ursprünglich 250 Millionen US-Dollar vorgesehen, was inzwischen 342 Millionen US-Dollar erhöht wurde. Mindestens die Hälfte davon soll für die am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) und kleinen Inselstaaten (SIDS) reserviert werden. Zum Start gewährt der FrLD vornehmlich Zuschüsse und hochkonzessionäre Darlehen. Zukünftig kann dies durch weitere Finanzierungsintrumente ergänzt werden.

Der Fonds sieht mehrere Zugangsmöglichkeiten vor. Über den Direktzugang können nationale Regierungen entweder direkte Budgetunterstützung erhalten oder gemeinsam mit Institutionen, die beim Adaptation Fund (AF), Green Climate Fund (GCF) oder der Global Environment Facility (GEF) akkreditiert sind, sowie weiteren multilateralen Entwicklungsbanken (MDB) und internationalen Finanzinstitutionen (IFI). Zudem sollen auch Modalitäten für den erleichterten Zugang für lokale und indigene Gemeinschaften sowie schnelle Auszahlungsmodalitäten im Katastrophenfall entwickelt werden.

Aktuelle Entwicklungen

Die erste Ausschreibung für Finanzierungsanträge läuft von Dezember 2025 bis Juni 2026. Es wird erwartet, dass die ersten Förderentscheidungen werden im Dezember 2026 fallen. Für 2027 ist eine Wiederauffüllung des FrLD geplant, die sich aktuell noch in der Vorbereitung befindet.

Finanzierungsumfang und der Beitrag Deutschlands

Bis März 2026 hat der FrLD Zusagen in Höhe von insgesamt ca. 820 Millionen US-Dollar erhalten, wovon allerdings 218 Millionen noch nicht durch verbindliche Verträge abgesichert wurden. Unter den 27 Geberländern befinden sich die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, Großbritannien und Spanien, die Europäische Union (EU) als supranationale Organisation und die Region Wallonien als subnationaler Akteur.

Deutschland ist mit den Vereinigten Arabischen Emirate der größte Geber des FrLD. Auf der COP28 hat Deutschland 100 Millionen US-Dollar aus dem BMZ-Haushalt für die Anlaufphase zugesagt und eingezahlt. Für die erste formale Auffüllung des Fonds ab 2027 hat Deutschland bisher aber lediglich 150 Millionen Euro vorgesehen. (Stand: Oktober 2026)