Die bilaterale Zusammenarbeit in der Klimafinanzierung

Neben den klimaspezifischen Finanzierungsinstrumenten fließen die deutschen Mittel für die internationale Klimafinanzierung zum größten Teil über die Projekten der „klassischen“ bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) – zumindest in bestimmten Sektoren der EZ. Für die Implementierung bzw. Finanzierung sind in beiden Bereichen die Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit zuständig:

  • Die technische Zusammenarbeit (TZ) erfolgt über die „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) und
  • die finanzielle Zusammenarbeit (FZ) führt die KfW-Entwicklungsbank durch.

Eine trennscharfe Unterscheidung zwischen Klima- und Entwicklungsmaßnahmen auf Projektebene ist kaum möglich. Gemeinhin gelten Maßnamen als klimarelevant, wenn sie eines der drei Ziele verfolgen:

  1. Die Projekte und Maßnahmen leisten einen Beitrag bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Zahlreiche „klassische“ entwicklungspolitische Projekte der bilateralen finanziellen und technischen Zusammenarbeit in den Sektoren Landwirtschaft, Wasser oder auch Gesundheit können diesem Bereich zugeordnet werden.
  2. Die Projekte und Maßnahmen tragen zur Emissionsminderung bei. Hierzu zählen unter anderem alle Maßnahmen im Sektor Energie, die zur Förderung Erneuerbarer Energie und im Bereich Energieeffizienz durchgeführt werden.
  3. Die Projekte und Maßnahmen gelten als Beitrag zum Schutz des Waldes und der Biodiversität. Maßnahmen dieser Art helfen dabei, den Regenwald und andere natürliche Kohlenstoffsenken zu erhalten, und können im weiteren Sinne dem Bereich Emissionsminderung zugeordnet werden. Im engeren Sinne gehören diese Maßnahmen zur Kateorgie „REDD+“ (engl. Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation, zu Deutsch: Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern).

Das BMZ veröffentlicht Projektlisten zur deutschen Klimafinanzierung durch die alllgemeine FZ/TZ seit dem Bewilligungsjahr 2010. Diesen Listen können die einzelnen Projekte, die Durchführungsorganisationen, die Bewilligungssummen sowie die sektorale Zuordnung entnommen werden. Dabei enthalten die Listen für die Jahre 2010-2012 neben den Projekten, die auf die Fast-start Finanzierung angerechnet werden, auch alle anderen klimarelevanten Projekte. Seit 2012 sind die Listen als Excel-Dateien verfügbar.

Die Anrechnung der Projekte auf die deutsche Klimafinanzierung erfolgte 2010 anhand von Erfahrungswerten. Seit 2011 werden die Projekte auf Basis der Rio-Marker und nach dem folgenden System angerechnet:

  • Ein Projekt mit Rio-Marker von 2 für Minderung oder Anpassung wird mit der vollen Summe auf den jeweiligen Sektor angerechnet.
  • Ein Projekt mit einem Rio-Marker von 1 für Minderung oder Anpassung wird zur Hälfte auf den jeweiligen Sektor angerechnet.
  • Ein Projekt, das auch einen Rio-Marker von 2 für Biodiversität hat, wird auf die Kategorie Wald-/Biodiversitätsschutz inkl. REDD+ angerechnet.

Weitere Informationen:

Offizielle Seite des BMZ zur Klimafinanzierung

 

Warum diese Seite?
Diese Website soll dazu beitragen, den Beitrag der deutschen Regierung zur internationalen Klimafinanzierung transparenter zu machen und kritisch zu bewerten. Wir geben einen Überblick über zugesagte und geleistete Summen, die verwendeten Instrumente und Kanäle und zeigen auf, nach welchen Kriterien die Wirkung klimarelevanter Projekte beurteilt werden kann. mehr ...
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